WingTsun-Geschichte

Die Geschichte des WingTsun greift ca. 300 Jahre zurück, -in China – während der Ching-Dynastie.

Die Nonne NgMui

Nach der Legende ist das Shaolin-Kloster durch Verrat von innen von einem Feuer zerstört worden. Einige Großmeister des KUNG FU konnten flüchten. Darunter auch eine buddhistische Nonne namens NG MUI. Sie selbst soll allen anderen (auch den männlichen) Kämpfern überlegen gewesen sein.

Der Tatsache sich bewusst, dass sie nicht ewig der Kraft ihrer männlichen Gegner standhalten könne, konzipierte sie nach Betrachtung eines Kampfes zwischen einem Kranich und einem Fuchs ein System mit völlig neuen Prinzipien. Diese Prinzipien sollten dazu verhelfen, nicht mit Kraft gegen Kraft, sondern mit ausgeklügelter Technik gegen körperlich überlegene Gegner siegreich bestehen zu können. Somit stellte der neue und namenlose Stil von NgMui vielleicht das erste System da, das nicht – wie die anderen Kung-Fu-Stile – auf der Verhaltensimitation eines speziellen Tieres beruhte, sondern speziell dazu geschaffen wurde, um die Stärken der konventionellen Stile zu umgehen und deren Schwächen für sich zu nutzen.

Yim WingTsun

NgMui half der schönen und jungen YIM WING TSUN, als diese von einem bekannten und gefürchteten Schläger bedrängt wurde, welcher ihr unter Androhung von Gewalt den Hof machte.

Ng Mui unterwies die schöne Yim Wing Tsun in ihrem neugeschaffenen Kampfsystem, so daß Yim Wing Tsun sich ihrem aufdringlichen Verehrer stellen und ihn erfolgreich in die Flucht schlagen konnte. Schließlich benannte Ng Mui ihren neuen Stil nach dem nun kampfstarken Mädchen (WingTsun bedeutet übersetzt „schöner Frühling“).

Der Geheimstil & Bruce Lee

Über die ganzen Jahre blieb WingTsun ein Geheimstil, der nur den Chinesen vorbehalten war. Gegen Mitte dieses Jahrhunderts wurde WingTsun erstmals durch den legendären Bruce Lee der westlichen Öffentlichkeit bekannt gemacht, als dieser es in den USA öffentlich demonstrierte und unterrichtete.

Yip Man

Bruce Lees Sifu (Vater-Lehrer) war Großmeister YIP MAN (†1972), das Oberhaupt des WingTsun-Stils und galt nicht nur unter seinen Anhängern, sondern in der Kung-Fu-Welt überhaupt – also über die Stile hinaus – als Großmeister.

Yip Man hatte wenig übrig für die Eitelkeiten dieser Welt. An Ruhm und Reichtum lag ihm nichts. Auch fehlte ihm das rüde und menschenverachtende Auftreten, das so manche Kung-Fu-Leute pflegen. Wer den Vorzug hatte, Yip Man kennenzulernen, fühlte sich in seiner Gesellschaft sofort entspannt und wie zu Hause. Seine Herzlichkeit, Aufrichtigkeit und Gastfreundschaft wurden in allen Handlungen offenbar. Seine Unterhaltungen im Fatshan-Dialekt spiegelten sein sorgloses und freundliches Naturell. Man konnte ihn wahrscheinlich als Gentleman und Gelehrten bezeichnen. Yip Man unterrichtete in verschiedenen Perioden in durchaus unterschiedlicher Art viele Chiniesen.

Von diesen für ihn neuen Wirkweisen fasziniert, erkundete er dieses System im großmeisterlichen Austausch und integrierte Übungsmethoden im WingTsun, die dazu dienen, dem WingTsun-Anwender eine optimierte Struktur zu vermitteln und die Fähigkeit, fast mühelos die gegnerische Struktur zu steuern, ohne direkt mit massiven Angriffstechniken den Gegner zu verletzen.

Leung Ting

Sein letzter Schüler war der junge und talentierte LEUNG TING, der das WingTsun derart systematisierte, dass es heute auf der ganzen Welt unterrichtet und erlernt werden kann. Er schützte die von ihm gewählte und benutzte Schreibweise „WING TSUN“, damit er sich von den vielen anderen Schülern Yip Mans, deren Interpretation dieser Kampfkunst mitunter extreme Unterschiede zu LeungTings WingTsun aufweisen, zu differenzieren und Verwechslungen auszuschließen.

Keith R. Kernspecht

Leung Tings Meisterschüler ist Keith Kernspecht, der Anfang der 70er Jahre Leung Ting nach Deutschland einlud, sein Schüler wurde und als das WingTsun in Deutschland etabliert hat. Er ist der Cheftrainer für WingTsun in Europa und Gründer der EWTO (Europäische WingTsun Organisation).

Großmeister Kernspecht hat die Handschrift des WingTsun geprägt, wie kaum ein anderer. Ständig nach Optimierung und europäischer Anpassung der Unterrichtsmethodik bemüht, hat er dem WingTsun zu einem weltweiten Erfolgsboom verholfen und wurde von einer der größten Kampfkunst-Magazine der Welt als „Kaiser of KungFu“ gekürt.

WingTsun aktuell in Deutschland

Heute gibt es in fast allen deutschen Städten EWTO-Schulen, in denen die aktuellsten Unterrichtsinhalte des LeungTing-Systems unter der kompetenten Anleitung erfahrener Ausbilder erlernt werden können.

Er hat seine unverkennbare Persönlichkeit im WingTsun verewigt und mit seinem System „Blitzdefence“ den WingTsun-Unterricht um wichtige Aspekte der Notwehr, Angstüberwindung und des Territorialkampfverhaltens sinnvoll ergänzt.

Sifu Kernspecht forscht nicht nur permanent für und über seine Kampfkunst und publiziert ständig interessante und richtungsweisende Literatur in diesem Bereich. Darüber hinaus ist er auch heute noch praktisch aktiv und agil, wie kaum ein anderer Kampfkünstler mit ähnlicher Reputation.

WingTsun im nördl. Rheinland-Pfalz

Heute sind viele Schüler Großmeister Kernspechts bereits Nationaltrainer für WingTsun auf der ganzen Welt.

Im nördlichen Rheinland-Pfalz war es Mitte der 80er Jahre Heiko Martin, der unter direkter Anleitung von Sifu Kernspecht auf Schloss Langenzell bei Heidelberg (Headquarter der EWTO) ausgebildet wurde und dann vor Ort WingTsun einführte und etablierte. Seine unterrichtende Tätigkeit begann er in seiner eigenen Schule in Linz am Rhein. In Folge dessen wurde kurz später die Schule in Neuwied eröffnet

Sifu Jan-Holger Nahler (heute 6.Praktiker-Grad = Meister-Grad), der seit Ende der 80er Jahre Privatschüler von Sifu Heiko Martin (7.PG) ist, begann Anfang der 90er Jahre mit der Verbreitung des WingTsun in der Stadt Koblenz und Umgebung.

Heute führen einige seiner Schüler in selbständiger Weise EWTO-Schulen und sind sogar selbst schon zum SiFu ernannt worden.