„Stellt Euch vor, Ihr befindet Euch plötzlich und unverhofft in einer hochtraumatischen Krisensituation (Terroranschlag, Geiselnahme, Amoklauf, schwere Naturkatastrophe etc.). Wüsstet Ihr, wie Ihr aus der plötzlichen Panik wieder in die Handlungsfähigkeit geratet? Wüsstet Ihr, wie Ihr Euch oder andere schnell und optimal in Sicherheit bringt, oder im Bedarfsfall richtig Erste-Hilfe bei Opfern solch spezieller Szenarien leistet?“

Am 02.10.2019 fand im großen Hörsaal E011 auf dem Universitäts-Campus in Koblenz-Metternich ein außergewöhnliches Praxisseminar für Universitätsangehörige und auch offen für externe TeilnehmerInnen statt, welches genau dieser Fragestellung nachging.

Eigens die Präsidentin der Universität Koblenz-Landau Frau Prof. Dr. May-Britt Kallenrode beauftragte Sifu Jan-Holger Nahler mit der Organisation und Durchführung dieses Formats Praxisseminar Krisenmanagement, welches in dieser Art bisher sicherlich einzigartig ist. Jan-Holger Nahler lud dazu ausgewiesene Praxisexperten mit teils sehr hohem Grad an realer und extremer Einsatzerfahrung in Krisengebieten und Ausnahmesituationen ein:

Die beiden Hauptdozenten des Tagesseminars waren:

  • Stefan Crnko
    Anti-Terror-Experte, Nahkampfexperte, Ausbilder internat. Eliteeinheiten
    SIA | Security Instruction Academy
  • Dr. med. Joachim Preißler
    Allgemeinchirurg, Unfallchirurg, Notfallmediziner
    Luxembourg Air Rescue (LAR)

Folgende Ziele wurden theoretisch und praktisch erarbeitet:

  • Erfahrung/Grundverständnis für körpereigene Reaktionen, wie Schockstarre und temporäre Handlungsunfähigkeit im Falle eines plötzlichen Traumas
  • Schnelles Wiedererlangen eigener Handlungsfähigkeit in besonderen Schock- und Stress-SituationenSituative Handlungsanweisungen im Notfall zur sinnvollen Eigensicherung und Evakuierung
  • Erste-Hilfe in besonderen Situationen und bei besonders traumatischen Verletzungen
  • Allgemeine Präventions- & Handlungsanweisungen in besonders ungünstigen Gefahrensituationen
  • Einschätzungsfähigkeit von Gefahrenlagen und Zusammenstellen eines universellen „Notfall-Sets“
  • Herstellen von Waffensicherheit bei Vorfinden von Kurz- oder Langwaffen.

Von der Idee, die etwa im Herbst des vorangegangenen Jahres geboren war, bis zur Umsetzung galt es viele Hürden zu bewältigen. Gerade der Anspruch, solche eine Pilotveranstaltung im örtlichen Rahmen einer Universität durchzuführen, stellte sich als echte Herausforderung dar. Galt es doch, ungeahnte formelle Hürden zu erkennen und überwinden und aus verwaltungstechnischer Sicht richtige und günstige Entscheidungen zu treffen und Verantwortlichkeiten zu identifizieren. 

War sich Sifu Nahler zunächst nicht sicher, auf welche menschlich persönlichen Vorbehalte eine Veranstaltung diesen Charakters haben würde, so wurde er positiv dadurch überrascht, von fast allen beteiligten Seiten Fürsprecher und Unterstützer – sei es nur mit Rat oder auch mit Tat – zu finden, was sich ganz besonders konstruktiv in dem Moment zeigte, als die Universitätsleitung von dieser eher privaten Initiative erfuhr, diese genehmigte und zu einer offiziellen Universitätsangelegenheit beförderte.

Organisation:

  • Sifu Jan-Holger Nahler
    Experte für Eigensicherungs, Gewaltprävention und Waffensicherheit
    EWTO-Akademie Koblenz, SIA, Sportwaffenschule Mittelrhein
  • Thomas Hild
    Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
    Universität Koblenz-Landau | Campus Koblenz
  • Prof. Dr. Harald von Korflesch (wissenschaftlicher Beirat)
    Leiter der Arbeitsgruppe für Management von Information, Innovation, Entrepreneurship und Organisation (MI²EO)! im Institut für Management
    Universität Koblenz-Landau | Campus Koblenz

Insbesondere Herrn Thomas Hild sei an dieser Stelle noch einmal ganz besonderes gedankt. Ohne seine sehr konstruktive, äußerst pragmatische und allzeit ermutigende Unterstützung und Organisationsarbeit hätte dieses Event in dieser Art sicherlich nicht stattgefunden.  Das Dozententeam war sehr beeindruckt (positiv!) von seinem proaktiven Wirken und seinem stets hilfsbereiten Engagement. Auch seinem Vorgesetzten Herrn Andreas Tepel (Leiter der Abteilung 5: Liegenschaften und Betriebstechnik der Universität Koblenz-Landau) sei hiermit großer Dank für die Unterstützung und Beratung zum Gelingen dieses Projekts ausgesprochen.

Weitere Mitwirkende:

  • Dirk Nonnweiler
    Notfallseelsorger
    Notfallseelsorge Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
  • Rainer Gotter
    Dipl. Sozialarbeiter, Dipl. Psychologe
    Feuerwehrseelsorger des Kreisen Mayen Koblenz und
    Leiter der Notfallseelsorge Mayen Koblenz
  • Sergej Kaiser
    Ausbilder, Prüfer und Experte für Waffensicherheit
    Sportwaffenschule Mittelrhein, SSC-Neuwied e.V.
  • Lars Kolberg
    Experte für Eigensicherung und Waffensicherheit
    EWTO-Schule Bad Neuenahr
  • Christoph Drodt
    Experte für Eigensicherung und Waffensicherheit
    EWTO-Akademie Koblenz, SSC-Neuwied e.V.

Die Zielgruppe und Teilnehmer

Es nahmen ca. 70 Personen an diesem ganztägigen Seminar teil. Einige Universitätsangehörige des Schwestern-Campus in Landau waren auch mit dabei. Aber es reisten auch Interessierte aus dem Sauerland, Main-Taunus-Kreis, Eifel, Trier, Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg, Mainz und sogar aus Berlin an. Oft war es der gute Ruf der hochkarätigen Dozenten, welcher Personen aus weiteren Entfernungen anzureisen motivierten. Aber auch die Thematik als solche schien einen aktuell weit verbreiteten Bedarf anzusprechen.

Neben Personen aus dem Angehörigenkreis der Universität waren viele Personen anwesend, die aus dem Bereich Rettungsdienste (Unfallrettung, Feuerwehr, …) kamen. Aber auch Privatpersonen konnten sich offensichtlich in der dargebotenen Thematik wiederfinden.

 

Die speziellen Inhalte & Eindrücke

Sich der eventuellen Problematik bewusst, dass die dargebotene Darstellung von extrem(st)en Situationen in Wort, Bild und Video und einige inszenierte „Schreckmomente“ vereinzelte TeilnehmerInnen womöglich auch psychische triggern und in Schock versetzen könnten, wurden bei der Planung zwei erfahren Krisen- / Notfallseelsorger berücksichtigt, die im Bedarfsfall direkt hätten eingreifen können und den Teilnehmenden über das gesamte Seminar hin Rede und Antwort standen.

Sergej Kaiser von der Sportwaffenschule Mittelrhein demonstrierte mit Unterstützung von Lars Kolberg und Christoph Drodt die grundsätzliche Funktionsweise von Kurz- und Langwaffen und vor allem, wie man (zufällig vorzufindende) Waffen „sichern“ (also vor einer versehentlichen oder gare vorsätzlichen Abgabe von Schüssen durch sich selbst oder andere Personen unschädlich machen) kann. Auch für diese Thematik zeigten sich ein Großteil der TeilnehmerInnen, die weitestgehend keine detaillierten Erfahrungen im Umgang mit scharfen Waffen haben, ein großes Interesse.

In den kleineren Pausen kam es immer wieder zu intensivem Austausch zwischen den Teilnehmenden und den Dozenten. Aber auch während der praktischen und theoretischen Seminareinheiten wurden stets Zwischenfragen ausführlich beantwortet und teils kam es sogar zu kontroversen aber letztlich auch immer konstruktiven Diskussionen.

Aufgrund der inhaltlichen Detailvielfalt der einzelnen Seminarteile zeigte sich gegen 15:30h, dass sich der offizielle Zeitrahmen mit der Durchführung aller geplanten Inhalte nicht halten lassen würde. 

Mit besonderer Rücksicht auf die TeilnehemerInnen, die von ferner angereist waren und noch eine lange Rückfahrt vor sich hatten, beendete Jan-Holger Nahler die Veranstaltung wie offiziell angekündigt um 16:30h. Jedoch lud er auch im Namen aller Dozenten diejenigen Anwesenden mit etwas mehr Zeit zu weiteren praktischen Inhalten im direkten Anschlus ein. Erst gegen 18:00h schloss die Veranstaltung, nachdem sich viele praktische Aspekte für jede(n) persönlich erfahrbar und durchführbar allmählig erschöpften.

Im Folgenden einige Statements der TeilnehmerInnen:

„… Ihre Seminarplanung und Vorbereitung, die Klarheit der Inhalte und die Vermittlung an uns als Kunden sind außergewöhnlich gut …“

„…  Zu erkennen wo sich eine Krise anbahnen könnte, sich selbst durch angepasste Verhaltensweisen zumindest ein wenig besser schützen zu können und evtl. sogar jemandem anderen besser helfen zu können sind somit ein wesentlicher Teil des Lebens, dem sich jeder stellen sollte …“

„… Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Ich bin sehr dankbar für die Lerninhalte, die so kompetent und emphatisch vermittelt wurden, und den ganzheitlichen Ansatz, dass ich mir tatsächlich zutraue, einiges im Alltag umzusetzen und zu üben um vielleicht im Ernstfall besser agieren zu können, als ich es ohne die (Er-)Kenntnisse, aus dieser Fortbildung tun würde …“

„… Obwohl ich hoffe, nie in eine heftige Krisensituation zu kommen und es natürlich auch keine Garantie auf Unversehrtheit gibt, egal durch welches Wissen auch immer, habe ich nun viel Sicherheit, insbesondere über mich selbst, meine Möglichkeiten und meine Grenzen. …“

„… Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, wie tief beeindruckt ich von diesem Seminar bin und wie richtig es war, es in diesem Rahmen auszuprobieren, bzw. anzubieten. …“

„… Ich fand den Kurs sehr gut und er hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen! …“

„… Für mich war dieser Tag eine einzigartige und unvergleichlich spannende Erfahrung. Es war äußerst interessant und ich habe gebannt jedes Wort in mich aufgesogen, welches vorne gesprochen wurde.  …“

„… die perfekte Organisation rund um das Seminarthema. Meinen ganz herzlichen Dank dafür. Es gab nichts, was ich noch hätte nachrecherchieren wollen. Alles war sauber und klar geregelt und dokumentiert …“

„… Die Referenten haben sehr frei gesprochen und wirkten sehr kompetent und sicher in ihrem Thema …“

„… besonders gefallen haben mir das Preis-Leistungsverhältnis, der hoch geschätzte Daten-Personenschutz, die vorab gegebenen Informationen, die Lernatmosphäre, das Engagement und die Authentizität der Dozenten und anwesenden Mitarbeiter, dass jede meiner Fragen geduldig beantwortet wurde, und das waren wirklich einige …“

„… Die Themen und Inhalte fand ich alle sehr gut ausgewählt …“